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| Produktionsfaktoren | ||
| Um Güter herstellen, weiterverarbeiten und verkaufen zu können, müssen in einer Fülle verschiedener Produktionsvorgänge
("Produktionsprozess") die Leistungen der Produktionsfaktoren miteinander kombiniert werden.
Die Volkswirtschaftslehre kennt die drei "klassischen" Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. Unter Arbeit wird jede Art manueller und geistiger Beschäftigung verstanden, die darauf abzielt, Einkommen zu erwirtschaften. Der Faktor Boden umfasst alle natürlichen Hilfsquellen, Felder und Bodenschätze, Wälder und Gewässer. Der Produktion dient der Boden als Standort-, Anbau und Abbauboden. Als Faktor Kapital werden alle in der Gütererzeugung eingesetzten Produktionsmittel (Werkzeuge, Maschinen und Anlagen) zusammengefasst. Das Kapital besteht also aus Gütern, die in früheren Produktionsprozessen erzeugt wurden. Im Gegensatz dazu sind Arbeit und Boden originär verfügbare Güter. Menge und Qualität der Produktionsfaktoren sind von großer Bedeutung: Die Menge der Arbeitsleistung wird durch die Bevölkerungszahl und die Erwerbsquote der Bevölkerung bestimmt. Die Qualität der Arbeit ist vor allem von Begabung, Erziehung und Ausbildung abhängig. Die Menge des vorhandenen Bodens ist weitgehend fixiert. Seine Qualität wird vor allem durch seine Bodenschätze, seine Lage und das jeweilige Klima festgelegt. Die Größe des Kapitalstocks hängt davon ab, wie stark in der Vergangenheit gespart wurde (Investitionen). Die Qualität des Kapitalstocks wird vor allem durch das Tempo des technischen Fortschritts bestimmt. Für die betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise werden Produktionsfaktoren differenziert in: (1) Elementarfaktoren: objektbezogene menschliche Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe und (2) dispositive Faktoren: Geschäfts- und Betriebsleitung, Planung, Organisation. (Li) |
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| Produktivität |
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| Die Produktivität ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital.
Entsprechend unterscheidet man zwischen Arbeitsproduktivität, Kapitalproduktivität und der sogenannten totalen Faktorproduktivität. In allgemeiner Form gibt die Produktivität das Verhältnis von Produktionsmenge und Faktoreinsatzmenge wieder, wobei die Produktionsmenge entweder der Einsatzmenge des Produktionsfaktors Arbeit (= Arbeitsproduktivität), oder des Produktionsfaktors Kapital (= Kapitalproduktivität) oder beider Produktionsfaktoren (= totale Faktorproduktivität) gegenübergestellt wird. Langfristig ist die Kapitalproduktivität tendenziell gefallen: Um eine zusätzliche Menge an Gütern und Dienstleistungen zu produzieren, muss heute erheblich mehr Sachkapital (Maschinen etc.) eingesetzt werden als noch in den 60er und 70er Jahren. Die Arbeitsproduktivität ist demgegenüber stark gestiegen. Der wichtigste Grund ist die zunehmend bessere Ausstattung der Arbeitsplätze mit leistungsfähigen Maschinen. Die Kapitalintensität (= der Anteil des Kapitalstocks, der auf jeden Erwerbstätigen entfällt) ist so im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt der alten Bundesländer real von 49.200 DM im Jahr 1960 auf 160.812 DM im Jahr 1989 gestiegen. Die Kapitalintensität schwankt allerdings stark von Branche zu Branche (Beispiele: Mineralölverarbeitung: 749.700 DM; Feinmechanik, Optik, Uhrenindustrie: 55.100 DM). Eine besondere Bedeutung kommt der Arbeitsproduktivität zu, vor allem als Leitlinie der Lohnpolitik. 1989 wurde in einer Arbeitsstunde in den alten Bundesländern eine Leistungsmenge (reales Bruttoinlandsprodukt) im Wert von 37,98 DM erwirtschaftet, im Jahr 1960 waren es 13,00 DM (jeweils in Preisen von 1980). Das entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von 3,8 Prozent pro Jahr. Der Anstieg hat allerdings an Dynamik verloren: In den 60er Jahren betrug die Jahresrate noch 5,4 Prozent, in den 70er Jahren 3,9 Prozent und von 1981 bis 1989 nur noch 2,2 Prozent. In den neuen Bundesländern lag die Produktivität im zweiten Halbjahr 1990 bei knapp 28 Prozent des Westniveaus. Die Produktivität ist die Quelle des Wohlstandes. Wenn die Produktivität steigt, können auch der Reallohn und das Wohlstandsniveau zunehmen. Das erklärt auch die zentrale Stellung der Produktivität im Lohnfindungsprozess: Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität bestimmt im wesentlichen den Spielraum für die Erhöhung des Reallohns. In den neuen Ländern muss durch Produktivitätsanstieg eine bestehende Lücke zu den höheren Arbeitskosten geschlossen werden. (Kro) |
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| Protektionismus |
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| Unter dem Begriff Protektionismus werden staatliche Einflussnahmen auf den Außenhandelsverkehr zusammengefasst, mit denen die heimische Wirtschaft vor unliebsamer Konkurrenz aus dem Ausland geschützt werden soll. Protektionistische Maßnahmen stehen deshalb im Gegensatz zur Freihandels-Lehre und beeinträchtigen die internationale Arbeitsteilung. Begründet werden die Eingriffe mit Argumenten wie etwa dem Schutz einer noch im Aufbau befindlichen inländischen Industrie oder der Sicherung von Arbeitsplätzen. Protektionismus bringt hohe gesamtwirtschaftliche Kosten. Die künstliche Erhaltung der nicht mehr konkurrenzfähigen Wirtschaftszweige im Inland führt zur Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen. Den Großteil der Kosten tragen die Verbraucher: Weil das billigere Angebot des Auslands vom Inlandsmarkt ferngehalten wird, müssen sie mit den vergleichsweise teuren Inlandsprodukten vorlieb nehmen. Protektionismus bewirkt daher eine Einkommensumverteilung zugunsten der geschützten und zu Lasten der nicht geschützten Branchen. Empirische Studien haben gezeigt, dass die Gesellschaft insgesamt Wohlfahrtsverluste erleidet. Protektionismus in einem Land führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu Gegenmaßnahmen im Ausland. Damit besteht die Gefahr eskalierender Konflikte, die die gesamte internationale Handelsordnung gefährden können. Um dies zu verhindern, wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) gegründet. Die Mitgliedsländer hatten sich verpflichtet, durch wechselseitige Zugeständnisse ihre Handelsschranken abzubauen. Lange Zeit verlief der GATT-Prozess sehr erfolgreich. Seit Ende der siebziger Jahre ist jedoch wieder eine Trendumkehr zu weniger Freihandel auszumachen; man spricht allgemein vom "neuen Protektionismus". Charakteristisch ist jetzt, dass Zölle als klassisches protektionistisches Instrument in den Hintergrund getreten sind zugunsten sogenannter nicht-tarifärer Handelshemmnisse (z.B. Exportsubventionen, Einfuhrkontingente). (Fr) |
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Redaktion netSCHOOL 2000