| Wirtschaft Wissen Lexikon |
| I | [ Wirtschaftslexikon ] | |
| Inflation | ||
| Bei einem anhaltenden Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Preisniveaus spricht man von Inflation. Verteuerung einzelner Produkte bei gleichzeitiger Verbilligung anderer sind dagegen kein Anzeichen für inflationäre Geldentwertung. Sie zeigen lediglich Verknappungen an, die in einer Marktwirtschaft durch die Lenkungsfunktion der Preise beseitigt werden. Von Inflation spricht man auch nicht bei einmaligen Preisschüben infolge von
Verbrauchsteueranhebungen, Erhöhung staatlich administrierter Preise oder erntebedingter Verknappung. Wichtiges Merkmal einer Inflation ist somit die anhaltende und allgemeine Teuerung. Gemessen wird die Inflation in der Regel am Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte. Die Höhe der Inflationsrate ist ein wichtiges Merkmal zur näheren Kennzeichnung der Inflation. Die Inflationsraten einiger südamerikanischer Länder überschreiten die 100-Prozent-Marke zum Teil erheblich (galoppierende Inflation). In den europäischen Industrieländern dagegen wird nur in seltenen Ausnahmefällen die 10-Prozent-Marke (schleichende Inflation) überschritten. in den Jahren 1986/87 herrschte in vielen Industrieländern sogar absolute Preisstabilität. Gleichgültig, weiche Ursachen für die Inflation verantwortlich sind - Preissteigerungen im Ausland (importierte Inflation), Kostensteigerungen (z. B. durch höhere Löhne) oder ein Nachfrageboom im Inland - letztlich ist eine Inflation ohne eine überschießende Geldmenge nicht denkbar. Deshalb spielt die Notenbank in der Stabilitätspolitik eine zentrale Rolle. Früher glaubte man, dass ein höherer Beschäftigungsstand durch eine leichte Inflation zu erkaufen sei (Phillips-Kurve). Es hat sich aber gezeigt, dass Geldwertstabilität die beste Basis für einen gesunden Wachstumsprozess ist. Denn die Inflation setzt den Lenkungsmechanismus des Marktes außer Kraft, schadet dem Sparer und führt zu Fehlinvestitionen (Flucht in die Sachwerte). (Be) |
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| Informationsgesellschaft |
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| Zur Zeit leben etwa 80 Prozent aller Wissenschaftler, die es seit Beginn der
Geschichte gegeben hat. Jährlich nehmen die fachlichen Informationen um rund 13 Prozent zu, das heißt, sie verdoppeln sich in gut fünf Jahren. Um die Jahrhundertwende verdoppeln sich die Informationen in weniger als zwei Jahren. 1965 wurden weltweit "nur" zwei Millionen neuer wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und technischer Veröffentlichungen erfasst. 1983 war die Zahl auf acht Millionen gestiegen und 1990 hat sie elf Millionen jährlich erreicht. Die rasche Gewinnung, Verarbeitung und Verbreitung von Informationen mit Hilfe neuer Techniken (Neue Medien) ist zu einer wesentlichen Grundlage und zum wichtigsten Kennzeichen unserer Zeit geworden: Zu Recht spricht man von der "Informationsgesellschaft" oder dem "Informationszeitalter". Die moderne Informationstechnik und die Fülle der verfügbaren Informationen erlauben es heute, neue Erkenntnisse zu gewinnen, für die der Aufwand bisher zu groß war. Im Berufsleben ist der Computer zu einem selbstverständlichen Werkzeug geworden. Per Computer kann sich der Fachmann aber auch Unterlagen aus den rund 4.000 themenspezifischen und allgemein zugänglichen Datenbanken verschaffen. Ohne diese elektronischen Speicher- und Suchmöglichkeiten würde sich selbst ein Experte kaum mehr in der Menge der Fachinformationen zurechtfinden. Nach einer Berechnung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie nimmt die Notwendigkeit der Kenntnisse in der Datenverarbeitung (DV) bei den Berufstätigen bis zum Jahre 2000 rapide zu. (B) |
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| Infrastruktur |
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| Die Infrastruktur liefert in allen Lebensbereichen die Grundlage für eine
funktionierende moderne Industriegesellschaft: für Verkehr und Wohnen zum Beispiel, für Erholung, für Bildung und Kultur, für die Ver- und Entsorgung. Im Vordergrund steht die sogenannte materielle Infrastruktur: Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude, Kanalisation, Kläranlagen etc. Die Infrastruktur zeigt sich in folgenden Bereichen:
In den neuen Bundesländern besteht derzeit noch ein katastrophales Defizit bei der Infrastrukturausstattung. Vor allem im Verkehrs- und Kommunikationsbereich, bei den Wohnungen und in der öffentlichen Verwaltung macht sich die fehlende Infrastruktur deutlich bemerkbar und wirkt als entscheidende Wachstumsbremse. (Be) |
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| Internationale Arbeitsteilung |
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| Die Frage nach den Vorteilen des Handels und der internationalen Arbeitsteilung hat schon die klassischen Nationalökonomen bewegt. Adam Smith schrieb: "Wenn uns ein Land mit einer Ware wohlfeiler versorgen kann, als wir sie selbst zu machen imstande sind, so ist es besser, dass wir sie ihm ... abkaufen." Die Klassiker bewiesen, dass Außenhandel nicht nur sinnvoll ist bei Waren, die man selbst nicht hat (Rohstoffe) oder nicht produzieren kann, sondern auch dann, wenn ein Land das gleiche Produkt besser oder billiger produziert als das andere (David Ricardo: Gesetz der komparativen Kosten). Die moderne internationale Arbeitsteilung wird vom Trend zum intraindustriellen Handel und von den Phasen des Produktzyklus geprägt. Intraindustrielle Arbeitsteilung heißt: Es werden vermehrt Produkte gehandelt, die in den konkurrierenden Ländern in ähnlicher Qualität und technischer Reife hergestellt werden. Es reichen deshalb schon geringe Wettbewerbsunterschiede aus, um die Warenströme zu verändern. Der entstehende Wettbewerbsdruck setzt über den technischen Fortschritt eine Entwicklungsspirale in Gang. Damit hängt der Produktzyklus zusammen. Jedes Produkt durchläuft einen Lebenszyklus: Von der Erfindung über die industrielle Umsetzung und die Ausreifungsphase bis zur Standardisierung und Massenfertigung. Während der frühen Phasen des Zyklus sind die kapitalreichen Industrieländer im Vorteil, später die Niedriglohnländer. Im Modell des Produktzyklus sorgen die Entwicklungsländer für permanenten Konkurrenzdruck von unten. Die internationale Arbeitsteilung hat wohlfahrtssteigernde Wirkung:
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| Investitionen |
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| Als Investition bezeichnet man die langfristige Anlage von Finanzmitteln in Vermögensobjekten, die zukünftig Erträge bringen sollen. Je nach Anlageobjekt unterscheidet man zwischen Sachinvestitionen, Finanzinvestitionen (z. B. Erwerb von Wertpapieren) und Bildungsinvestitionen (Humankapital). Sachinvestitionen haben eine besondere Bedeutung. Sie bestimmen die zukünftige Leistungs- und Wettbewerbskraft einer Volkswirtschaft. Wie rasch eine Wirtschaft wachsen kann, hängt in hohem Maße vom Kapitalstock, also dem für die Produktion einsetzbaren Sachvermögen (Maschinen, Werkhallen, Infrastrukturausstattung) ab. Die Investitionen bestimmen wiederum die Größe und die Qualität des Kapitalstocks. Werden durch Investitionen nur alte Anlagen ersetzt (Ersatzinvestitionen), vergrößert sich der Kapitalstock nicht. Er wird jedoch leistungsfähiger, wenn die neuen Maschinen auf dem aktuellsten technologischen Stand sind. Erweiterungsinvestitionen vergrößern den Kapitalstock und schaffen Arbeitsplätze. Werden noch funktionstüchtige Anlagen gegen moderne ausgetauscht, spricht man von Rationalisierungsinvestitionen. Sie erhöhen die Produktivität und senken die Kosten. Investitionen können auch auf gesetzliche Auflagen (Umweltschutzgesetze) zurückgeführt werden. Während sich in der ersten Hälfte der 80er Jahre die Sachinvestitionen in der Bundesrepublik besonders schwach entwickelten, wurden sie am Ende des Jahrzehnts zum Wachstumsmotor. Die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten gingen von 1980 bis 1986 im Jahresdurchschnitt um 0,6 Prozent zurück. In den 70er Jahren waren sie immerhin noch um rund 1,4 Prozent gestiegen. Die Gründe für diese deutsche Investitionsschwäche waren das bis Mitte der 80er Jahre unbefriedigende Gewinnniveau, die investitionsunfreundliche Renditestruktur (keine Risikoprämie auf die Sachinvestitionen), hohe Unternehmenssteuern, die Auflagen- und Regulierungsdichte sowie gesellschaftliche Widerstände. Viele dieser negativen Standortfaktoren (Standortfrage) sind auch weiterhin wirksam. Gleichwohl haben sich die Investitionen enorm beschleunigt. Die Gründe für den Investitionsboom: Die Vorbereitungen der Unternehmen auf den EG-Binnenmarkt und die deutsche Vereinigung. (Be) |
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Redaktion netSCHOOL 2000