| Wirtschaft Wissen Lexikon |
| H | [ Wirtschaftslexikon ] | |
| Haushaltsplan | ||
| Der Haushaltsplan eines öffentlichen Haushaltes liefert eine systematische Gliederung
der für das Haushaltsjahr zu erwartenden Einnahmen, der zu leistenden Ausgaben und der voraussichtlich benötigten Verpflichtungsermächtigungen (= Ermächtigung für zukünftige finanzielle Verpflichtungen). Der Haushaltsplan dient der Feststellung und Deckung des Finanzbedarfs, der zur Erfüllung der öffentlichen Aufgaben der Gebietskörperschaft voraussichtlich notwendig ist. Er ist eine wichtige Grundlage für die Haushaltsführung von Bund, Ländern und Gemeinden. Die moderne Haushaltsplanung erfüllt folgende Funktionen: Der Haushaltsplan dient der finanzwirtschaftlichen Vorausschau. Regierung und Verwaltung müssen die Haushalts- und Wirtschaftsführung dem Plan entsprechend abwickeln. Rechtlich gesehen ermächtigt der Haushaltsplan die Verwaltung dazu, bestimmte, in der Höhe festgelegte Ausgaben zu leisten und finanzielle Verpflichtungen für die Zukunft einzugehen. Das Haushaltsgesetz verpflichtet die Verwaltung, entsprechend dem Haushaltsplan zu handeln. Der Haushaltsplan stellt zugleich das "in Zahlen gegossene Regierungsprogramm" dar (politische Funktion). Aus dem Haushaltsplan sind bestimmte Schwerpunkte der Regierungspolitik erkennbar. Bei der Beratung des Haushaltsplans im Parlament haben alle dort vertretenen Parteien Gelegenheit, auf die Gestaltung des Planes Einfluss zu nehmen. Haushaltspläne haben einen erheblichen Einfluss auf den Konjunkturverlauf, schon allein aufgrund ihres Volumens (wirtschaftliche Funktion). So werden zum Beispiel für 1991 im Haushaltsplan des Bundes rund 400 Mrd. DM an Ausgaben veranschlagt. Nach § 13 Bundeshaushaltsordnung (BHO) besteht der Haushaltsplan aus den Einzelplänen und dem Gesamtplan. Der Gesamtplan gliedert sich in drei Teile: Haushaltsübersicht, Finanzübersicht und Kreditfinanzplan. Die Einzelpläne sind vertikal untergliedert in Kapitel und Titel. (Fu) |
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| Humanisierung des Arbeitslebens |
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| Der Begriff Humanisierung des Arbeitslebens entbehrt bislang einer eindeutigen und übereinstimmenden Definition. Er fand 1974 mit dem staatlichen
"Forschungsprogramm zur Humanisierung des Arbeitslebens" und der Debatte um die Qualität des Arbeitslebens offiziell Eingang in die politische Terminologie. Humanisierung des Arbeitslebens kann als normativer Begriff aufgefasst
werden und gehört zur Kategorie "richtender" Begriff (W. Sombart). Schon 1957 sprach der Soziologe Helmut Schelsky von
einer "Humanisierung der Industriearbeit" und meinte damit "Vermenschlichung". Arbeitswissenschaftlich gesehen bedeutet die Humanisierung des Arbeitslebens eine menschengerechte Gestaltung von sozialen oder soziotechnischen Systemen. Ein soziales System ist ein
Mensch-Umwelt-System (z. B. Führungsstruktur), ein soziotechnisches System ist ein Mensch-Arbeitsmittel-Umwelt-System (z.B. ein Montageband). Bei der arbeitswissenschaftlichen Beurteilung menschlicher Arbeit wurden vom Arbeitswissenschaftler Walter Rohmert vier hierarchisch angeordnete Ebenen entwickelt: 1. Ausführbarkeit, 2. Erträglichkeit, 3. Zumutbarkeit, 4. Zufriedenheit. Ausführbarkeit und Erträglichkeit der Arbeit werden. in erster Linie durch naturwissenschaftliche Methoden beurteilbar 9 gemacht, Zumutbarkeit und Zufriedenheit dagegen sozial- und kulturwissenschaftlich angegangen. Die Grundlagen und Methoden zur rnenschengerechten Arbeitsgestaltung liefert eine interdisziplinär orientierte Arbeits-Wissenschaft mit folgenden Teil-Disziplinen: Arbeitspsychologie und -physiologie, Anthropologie und Anthropotechnik, Physik und Ingenieurwissenschaften sowie Arbeitssicherheit, Sozialwissenschaften (Soziologie/Pädagogik), Arbeitsmedizin, Arbeitsrecht, Technololgie/Arbeitswirtschaft). Die Arbeitswissenschaft soll eine Synthese zwischen dem Streben nach hoher Arbeitsproduktivität und der Forderung nach zumutbaren Beanspruchungen für den Menschen herstellen. Der Idealfall ist der optimale Einsatz des tätigen Menschen unter Beachtung seiner natürlichen Grenzen und der bestmöglichen Nutzung seiner Fähigkeiten. Das Ziel der Humanisierung des Arbeitslebens ist auch in Zusammenhang mit dem Ziel der Wirtschaftlichkeit zu sehen; beide ziele schließen sich grundsätzlich nicht aus, Oft bedingen sie sich gegenseitig. Besonders mit Unterstützung moderner mikroelektronisch gesteuerter Arbeitsmittel lassen sich beide Ziele in der Praxis wesentlich leichter verwirklichen.(Me) |
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| Humankapital |
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| Kenntnisse und Fähigkeiten der Menschen haben in der modernen Arbeitswelt einen immer höheren Stellenwert erhalten. Erziehung, Ausbildung und Weiterbildung schaffen, erhalten oder vermehren das wirtschaftlich einsetzbare Leistungsvermögen, das man als Humankapital bezeichnet. Das aktuelle Leistungsvermögen einer einzelnen Person oder der gesamten Bevölkerung ist "Kapital" in dem Sinne, dass es, ähnlich wie das Sachkapital, durch Investitionen geschaffen wird. Der finanzielle Aufwand für Erziehung, Ausbildung, Weiterbildung dient der Bildung von Humankapital ("Bildungsinvestitionen"). Staat, Unternehmen und Haushalte in der Bundesrepublik wenden im Jahr rund 300 Milliarden DM zur Finanzierung der Ausbildung und Weiterbildung auf (laufende Ausgaben und Investitionen). Nur gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiter beherrschen die moderne Produktionstechnik. Deshalb muss jede rationale Investitionsstrategie die Bildung von Sachkapital mit der entsprechenden Qualifikation der Mitarbeiter verbinden. Das Humankapital als Bestand an technischem Wissen und an Fähigkeiten ist für moderne Volkswirtschaften zu einem wichtigen Wachstumsfaktor geworden. Die Qualität des Humankapitals begründet den Wettbewerbsvorteil der Industrieländer im internationalen Handel. Diese Länder konzentrieren sich immer stärker auf den Export humankapitalintensiver Güter und Dienstleistungen. Die Humankapitaltheorie fragt vor allem nach der Rentabilität von Bildungsinvestitionen. Für den einzelnen Arbeitnehmer ist sein Humankapital auch eine Art Vermögen ("Arbeitsvermögen"), das in der Zukunft Erträge in Form von Einkommen erwarten lässt. Die Art der Qualifikation (oder die Güte des Humankapitals) bestimmt dabei die Einkommensunterschiede. (He) |
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Redaktion netSCHOOL 2000