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| Flexible Arbeitszeiten | ||
Mit der Entwicklung der Produktionstechnik in den Unternehmen verändert sich zunehmend auch die Gestaltung der Arbeitszeit. Wann und
wie viel der einzelne am Tag, in der Woche, im Monat oder im Jahr arbeitet, soll nicht mehr starrfestgelegt, sondern flexibel geplant werden. Dabei müssen die betrieblichen Erfordernisse und die Wünsche der Arbeitnehmer in Einklang gebracht werden. Für flexible Arbeitszeiten sprechen wichtige Gründe:
(1) Teilzeitarbeit in verschiedenen Varianten. Zum Beispiel regelmäßige Halbtagsarbeit, halbierte Arbeitszeit bei ungleichmäßiger Verteilung, Teilzeitschichten, "Job-sharing", Teilzeitarbeit mit längerfristiger Planung. Teilzeitarbeit erleichtert vor allem vielen Frauen die Aufnahme einer Beschäftigung. (2) Versetzte und gestaffelte Arbeitszeiten. Gruppenweise oder individuell entscheiden Arbeitnehmer über Anfang und Ende der gleichmäßigen täglichen Arbeitszeit (3) Gleitende Arbeitszeit. Anfang und Ende der individuellen Arbeitszeit können flexibel gestaltet werden. Anwesenheitspflicht besteht nur in einer Kernphase. Die Arbeitszeit kann entweder gleichmäßig verteilt sein (jeden Tag X-Stunden) oder ungleichmäßig. Im letzten Fall sammelt der Mitarbeiter Gleitzeitguthaben oder -schulden an, die er auf die folgenden Wochen oder Monate überträgt. (4) Gestaltung von Schichtplänen. Durch die ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit in den verschiedenen Schicht-Varianten (Ein-, Zwei-, Drei- und Vierschicht-Betrieb), lassen sich vorhandene Arbeitsplätze durch Mitarbeiter mehrfach besetzen. Die flexible Gestaltung des Schichtbetriebes führt häufig zu Neueinstellungen. (5) Neue Formen differenzierter Arbeitszeiten. Mit dem Tarifvertrag von 1990 haben die Tarifpartner in der westdeutschen Metall- und Elektro-Industrie festgelegt, dass bis zu 18 Prozent der Mitarbeiter eines Betriebes mit ihrem Arbeitgeber eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden individuell vereinbaren können. (St) |
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| Frauenerwerbstätigkeit |
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| Von den rund 21,5 Millionen Frauen im Alter von 16 bis 65 Jahren in den alten Bundesländern ist etwa die Hälfte erwerbstätig; von den verheirateten Frauen sind es 44,1 Prozent. Die Frauenerwerbsquote lag 1988 bei 55 Prozent. Sie hat sich seit 1960 (49,2 Prozent) nur leicht verändert. Im internationalen Vergleich ist sie eher niedrig. Von den 8,6 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten 79,5 Prozent in Dienstleistungsberufen, 17,1 Prozent in Fertigungsberufen, 2,3 Prozent in technischen Berufen. Beschäftigungsschwerpunkte im Dienstleistungssektor sind die Berufe im Handel und Bürobereich sowie im Gesundheitswesen. Im Fertigungsbereich überwiegen die an- oder ungelernten Tätigkeiten sowie verschiedene Formen von Bandarbeit. In qualifizierten technischen Berufen haben Frauen keine nennenswerte Bedeutung. Frauen finden sich eher am unteren Ende der betrieblichen Hierarchie; in Managementfunktionen sind sie mit weniger als 5 Prozent repräsentiert. Die Frauenbeschäftigung ist weitgehend vom traditionellen Frauenbild geprägt. Faktisch existiert eine Segmentierung des Arbeitsmarktes in Männerberufe und "typische" Frauenberufe. Frauen folgen in ihrem Berufs- und Studienverhalten den tradierten Leitbildern - häufig mit Arbeitslosigkeit als Folge. In der ehemaligen DDR war Frauenerwerbstätigkeit gewissermaßen staatlich verordnet. Das offizielle Frauenleitbild war das der im Erwerbsieben emanzipierten, voll in den sozialistischen Produktionsprozess integrierten Arbeitskraft und Mutter. Das erklärt den im internationalen Vergleich hohen Anteil von Frauenarbeit auf dem Gebiet der neuen Bundesländer. Zum 30.9.1989 waren von den ca. 8,5 Millionen ständig Berufstätigen 48,8 Prozent Frauen (alte Bundesländer 40,7). Die Frauenerwerbsquote lag 1988 in der DDR bei 83,2 Prozent. 91,3 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter waren berufstätig oder in der Ausbildung. Auffallend hoch ist die Erwerbsbeteiligung älterer Frauen. Fast alle Berufe stehen den Frauen offen. Beschäftigungsschwerpunkte waren aber 1989 nichtproduzierende Wirtschaftbereiche (Frauenanteil 72,6 Prozent), Handel (71,9), Post- und Fernmeldewesen (69,0). Frauen arbeiten auch hier überwiegend in Bereichen, die am unteren Ende der Einkommensskala liegen. Der Obergang zur Marktwirtschaft in den neuen Bundesländern führt auch bei Frauen zu Einbrüchen in der Erwerbstätigkeit, deren Dauer und Intensität nicht vorherzusagen sind. (Hr) |
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| FuE-Ausgaben |
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| Forschung und Entwicklung (FuE) sind für moderne Volkswirtschaften und für technologieorientierte Unternehmen unverzichtbar Der Wettbewerb um die Gunst der Käufer verlagert sich zunehmend vom Preis- auf den Innovationswettbewerb. So erreichen inzwischen die gesamtwirtschaftlichen FuE-Ausgaben der führenden Industrieländer Größenordnungen von annähernd drei Prozent des Bruttosozialprodukts. Die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit neuer Produkte und neuer Produktionsverfahren sowie der sich verkürzende Produktlebenszyklus
verstärken die Notwendigkeit intensiver Forschung und Entwicklung. Auf Forschung und Entwicklung kann auch in den neuen Bundesländern nicht verzichtet werden. Nur kostengünstige Fertigung und moderne Güter bringen Wettbewerbsvorteile und sichern Arbeitsplätze. Das erfordert aber vor allem Prozess- und Produktinnovationen. Zu den FuE-Aufwendungen der Unternehmen zählen die Ausgaben für externe FuE-Einrichtungen, die Personalkosten (Anteil an Aufwendungen: etwa 60 Prozent), die Sachaufwendungen (ca. 30 Prozent) sowie die Investitionen (etwa 10 Prozent). Bei den Unternehmen mit hohen FuE-Aufwendungen dominiert die Industrie. Auf das Verarbeitende Gewerbe (Branchenstruktur) entfallen in den alten Bundesländern mehr als 90 Prozent aller FuE-Aufwendungen der Wirtschaft. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes führt die Branche Elektrotechnik und Elektronik mit den FuE-Aufwendungen, gefolgt von der Chemie, der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Insgesamt vereinen die genannten Industriezweige bereits 85 Prozent aller FuE-Aufwendungen des Verarbeitenden Gewerbes auf sich. Auch gemessen am Umsatz wenden die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes seit Ende der 70er Jahre steigende Anteile für FuE auf. Diese Aufwendungen übersteigen deutlich die Nettogewinne: Einer Nettoumsatzrendite der Industrie-Aktiengesellschaften von 1,6 Prozent in den Jahren 1976 bis 1985 steht eine FuE-Quote am Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes von 3,4 Prozent gegenüber. Entwicklung und Struktur der Zukunftsinvestitionen verlagern sich in der Industrie der alten Bundesländer weg von den Maschinen und hin auf immaterielle Komponenten, nicht zuletzt auf Forschung und Entwicklung. So betrugen die Nettoinvestitionen in Sachanlagen des Verarbeitenden Gewerbes von 1971 bis 1986 116 Mrd. DM; die Aufwendungen für FuE erreichten in dieser Periode 342 Mrd. DM. (Gr) |
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Redaktion netSCHOOL 2000