| Wirtschaft Wissen Lexikon |
| B | [ Wirtschaftslexikon ] | |
| Bevölkerungsentwicklung | ||
| Zu- und Abnahme der Bevölkerung lassen sich als Saldo mehrerer Bewegungsvorgänge erfassen. Geburten- und Sterbefälle sowie die Ein- und Auswanderungen bestimmen die Entwicklung. Allgemein gilt:
Bevölkerungsentwicklung = (Geburten - Sterbefälle) + (Einwanderungen - Auswanderungen). Aus dieser Grundgleichung lassen sich zwei Wachstumskomponenten ableiten. Übertrifft die Zahl der Geburten die der Sterbefälle, wächst die Bevölkerung von innen heraus. Übersteigen die Einwanderungen die Auswanderungen, nimmt die Bevölkerung durch den Zustrom von außen zu. Die Bundesrepublik verzeichnet seit 1985 einen leichten Anstieg der Geburtenzahlen. In der aktuellen Diskussion steht aber der starke Zustrom von Asylbewerbern, Aussiedlern und Übersiedlern. Zur Zeit leben in Deutschland etwa 79 Millionen Einwohner, darunter knapp 5 Millionen Ausländer. Ohne deren Zuzug wäre in der alten Bundesrepublik die Einwohnerzahl kräftig gesunken. Die deutsche Bevölkerung allein schrumpfte dort seit 1974 um fast 2 Millionen. Für die Bevölkerungsentwicklung ist eine Zeitspanne von 15 Jahren relativ kurz, denn Bevölkerungsprozesse laufen sehr langfristig ab. Um 1900 lebten auf dem Gebiet der Bundesrepublik rund 30 Millionen Menschen. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren es 43 Millionen. Zu Beginn der Wiederaufbauphase im Jahre 1950 lebten in den Grenzen des alten Bundesgebietes knapp 48 Millionen Menschen, in der ehemaligen DDR gut 18 Millionen. Nach Modellrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kann die Bevölkerungszahl von 79 Millionen wegen des starken Zustroms von Aussiedlern und Asylbewerbern bis zum Jahr 2000 gehalten werden. Nimmt der Zustrom von außen spürbar ab, ist ein Rückgang auf 66 Millionen bis 2030 unvermeidlich. Damit wäre das Niveau des Jahres 1950 wieder erreicht. Das Ausmaß des zu erwartenden Bevölkerungsrückgangs allein gibt weniger Anlass zur Sorge um die weitere Entwicklung etwa der Sozialsysteme. Es sind vielmehr die Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. Anhaltend niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung führen dazu, dass die Bevölkerung im Bundesgebiet immer älter wird. Die Deutschen des Jahres 2030 werden im Durchschnitt 47 Jahre alt sein und damit 7 Jahre älter als gegenwärtig. (Ho) |
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| Bildungsausgaben |
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| Bildungsausgaben sind alle Aufwendungen für Zwecke der allgemeinen, beruflichen oder politischen Bildung. Sofern auch kalkulatorische Aufwendungen erfasst werden, spricht man von Bildungskosten. Bei einer Gesamtbetrachtung für die Bundesrepublik sind die Bildungsausgaben des Staates, der Bundesanstalt für Arbeit, der Wirtschaft und der Privatpersonen zu berücksichtigen. Das staatliche Bildungsbudget in den alten Bundesländern betrug 1989 über 95 Mrd. DM, das waren 1.558 DM pro Kopf der Bevölkerung. Der Löwenanteil der staatlichen Bildungsausgaben entfällt auf das Schulwesen mit fast 51 Mrd. DM und die Hochschulen (einschließlich Universitätskliniken) mit knapp 26 Mrd. DM. Rund drei Viertel der öffentlichen Bildungsausgaben bringen die Länder auf. An zweiter Stelle stehen die Gemeinden. Der Bund dagegen ist nur mit 8 Prozent an den öffentlichen Bildungsausgaben beteiligt. Ihm obliegt vor allem die Forschungsförderung, der Hochschulbau sowie die Ausbildungsförderung. Der Haushalt der Bundesanstalt für Arbeit weist für 1991 Ausgaben in Höhe von 12,6 Mrd. DM zur Finanzierung von Maßnahmen der beruflichen Fortbildung, Umschulung und Einarbeitung aus. Davon entfallen 6,7 Mrd. DM auf die neuen Bundesländer. Diese Maßnahmen dienen überwiegend der beruflichen Qualifizierung von Arbeitslosen. Außerdem sind 2,0 Mrd. DM für die Förderung der beruflichen Ausbildung vorgesehen. Aufgrund von Hochrechnungen und Schätzungen ist davon auszugehen, dass die Bildungsausgaben der privaten und öffentlichen Arbeitgeber derzeit rund 61 Mrd. DM betragen. Davon entfallen rund 22 Mrd. DM auf die Ausbildung und ca. 39 Mrd. DM auf die Weiterbildung. Darin sind die direkten, maßnahmenbezogenen Kosten ebenso berücksichtigt wie die indirekten Kosten der Lohnfortzahlung. Abgezogen wurde der Wert der während der Aus- oder Weiterbildung erstellten Güter oder Leistungen ("Nettoerträge"). Da die einzelnen Kostenarten meist nur unvollständig erfasst werden können, sind die Daten eher als Untergrenze denn als Obergrenze zu werten. Auch die Privatpersonen wenden erhebliche Mittel für die Bildung auf. Neben den direkten Ausgaben, zum Beispiel für Lehrmittel oder Lehrgangsgebühren, fallen vor allem die indirekten Ausgaben der Lebensführung während der Teilnahme an Bildungsmaßnahmen ins Gewicht. Diese Ausgaben sind jedoch kaum zu quantifizieren. (We) |
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| Branchenstruktur |
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| Zur besseren Übersicht fassen Statistiker und Ökonomen die Unternehmen einer Volkswirtschaft
zu. Branchen und Sektoren zusammen. Wichtigstes Kennzeichen ist dabei die Art der hergestellten Waren und Dienstleistungen.
Aus der Zuordnung der einzelnen Unternehmen zu den jeweiligen Branchen und Sektoren ergibt sich für jedes Land oder für jede Region eine typische Branchenstruktur der Wirtschaft. Eine erste Aufteilung der Unternehmen in drei Sektoren bringt für die alten Bundesländer folgendes Ergebnis: (1) Landwirtschaftlicher Sektor. Die Bundesrepublik verfügt über einen kleinen, aber dennoch leistungsfähigen landwirtschaftlichen Sektor. Im Bereich Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei waren 1989 3,7 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt. Gut zwei Prozent der gesamtwirtschaftlichen Produktion kommen aus diesem Sektor. (2) Warenproduzierender Sektor. Einen besonderen Stellenwert hat in der Bundesrepublik der warenproduzierende Sektor. In den drei Teilbereichen
(3) Dienstleistungssektor. Den größten Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Produktion hat in der Bundesrepublik der Dienstleistungssektor. 56 Prozent alter Erwerbstätigen fanden hier 1989 einen Arbeitsplatz. Der Anteil an der Gesamtproduktion betrug sogar 58 Prozent in diesem dritten Sektor spielen die Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen die wichtigste Rolle. Sie sind an der gesamten Dienstleistungsproduktion inzwischen fast zur Hälfte beteiligt (1989: 48 Prozent). An zweiter Stelle folgt der Bereich Handel und Verkehr (28,5 Prozent). Für das restliche Viertel der Dienstleistungsproduktion (23 Prozent) sind der Staat und bestimmte private Organisationen verantwortlich. Von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Leistungskraft der Bundesrepublik und entscheidend für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit ist der industrielle Sektor (Verarbeitendes Gewerbe). Das Verarbeitende Gewerbe gliedert sich in vier Hauptbereiche (Produktionsanteile für 1989):
Das sollte aber nicht den Blick darauf verstellen, dass die Branchenstruktur in der Bundesrepublik äußerst heterogen ist. Das Statistische Bundesamt unterscheidet in einer eher groben Untergliederung allein 32 Branchen innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes. (Li) |
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Redaktion netSCHOOL 2000