netSCHOOL WIRTSCHAFT & SCHULE   Anwenden & Können
Schule und Wirtschaft gehören zusammen. Beide prägen das Leben jedes einzelnen Menschen entscheidend. Daher sollte jeder wissen, wie die Wirtschaft die Schulabgänger einschätzt, welche Kritik sie übt und welche Verbesserungsvorschläge sie macht! Welche Konsequenzen jeder für sich daraus ziehen sollte, muss er verantwortlich für sich selbst entscheiden.

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I N H A L T
Wandel der Arbeitswelt
    - Wandel der Qualifikationen

1. Schule und Arbeitswelt
2. Neue Technik
3. Neue Arbeitsorganisation
4. Neue Anforderungsprofile

Memorandum der Wirtschaft 1992
Was die Schule leisten sollte,
   oder: Was die Unternehmen von der Schule erwarten

Das Anforderungsprofil der Betriebe
1. Gute Noten und vieles mehr
2. Mit Rechnen ist viel gewonnen
3. Soziales Verhalten erwünscht
4. Der Gesamteindruck zählt
5. Mindestanforderungen meist festgelegt
6. Schlüsselqualifikationen sind unentbehrlich

Das Leistungsprofil der Bewerber
1. Intelligenztests bescheinigen gutes Potential
2. Rechtschreibung: Mängel sind offenkundig
3. Rechnen: Probleme mit dem Einmaleins
4. Leistungsprofil: Unübersehbare Schwächen
5. Schlüsselqualifikationen: Nicht gut genug
6. Gesamtleistung: Nur wenige sind top
7. Schulische Defizite: Unternehmen greifen zur Selbsthilfe

Was beim Berufsstart morgen zählt
1. Den Wandel gestalten
2. Mehr Basisqualifikationen und Praxisbezug
Empfehlungen

Auszüge aus einer Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Schule - Wirtschaft:

Fit für die Ausbildung
Was beim Berufsstart zählt

Wandel der Arbeitswelt
- Wandel der Qualifikationen

1. Schule und Arbeitswelt

Zwischen Erziehungs- und Bildungsauftrag steht die Schule im Spannungsfeld vielfältiger Anforderungen. Einerseits verändert die moderne Welt den Lebens- und Erfahrungshintergrund der heutigen Schülergeneration - so etwa den Umgang mit neuen elektronischen Medien und Techniken, aber auch die spürbare Zunahme sozialer Konflikte. Andererseits steigen die Ansprüche, die von der Arbeitswelt an die Schule herangetragen werden. Deshalb steht die Schule nicht nur vor der Aufgabe, eine solide Allgemeinbildung zu vermitteln. Vielmehr sind die Lehrerinnen und Lehrer zunehmend auch gefordert, die personale und soziale Kompetenz ihrer Schüler zu entwickeln.

2. Neue Technik

Die Mikroelektronik hat schon längst Einzug in Fabrikhallen und Büroräume gehalten. Inzwischen hat dort die Vielfalt beim Einsatz computergesteuerter Arbeitsmittel in den letzten Jahren immer mehr zugenommen: Bereits jeder sechste Erwerbstätige arbeitet hierzulande in der Produktion vorwiegend mit computergesteuertem Gerät, rein rechnerisch verfügen sogar drei von vier Angestellten am Arbeitsplatz über einen Computer.

Die Folge ist, dass sich Berufe häufig als scheinbar stabile Fassaden darstellen, hinter denen sich jedoch Werkstoffe und Werkzeuge, Anforderung und Entlohnung grundlegend geändert haben. Zu den von dieser Entwicklung am stärksten betroffenen Berufsfeldern gehören beispielsweise die Metalltechnik, die Elektrotechnik und die Drucktechnik. Für die beruflichen Anforderungen bedeutet dies: Die modernen Techniken in Produktion und Büro ersetzen zunehmend manuelle und sich ständig wiederholende Tätigkeiten. Gefragt sind statt dessen erweiterte Fachkenntnisse sowie Fähigkeiten, die eine höhere Flexibilität und stärkere Kooperation ermöglichen.

3. Neue Arbeitsorganisation

Der Einzug moderner Formen der Bürokommunikation und computergestützter Maschinen hat die Arbeitsorganisation und die Produktion in vielen Betrieben vollständig geändert - mit Auswirkungen auf Ausbildung und Beschäftigung. So geht in großen Unternehmen die Entwicklung weg von der traditionellen Arbeitsteilung hin zur Gruppenarbeit, in der die Mitarbeiter den Arbeitsprozess weitgehend selbst steuern. Der größere Handlungsspielraum der Mitarbeiter verlangt von diesen wiederum die Fähigkeit zur selbständigen Planung, zur Entscheidung, Verantwortung und Kontrolle, zur Flexibilität, Lern- und Teamfähigkeit.

4. Neue Anforderungsprofile

Die schulische wie die berufliche Bildung stehen unter dem Druck, sich diesen Erfordernissen des Strukturwandels anzupassen. Die Wirtschaft hat bereits begonnen, auf die sich wandelnden Anforderungen an die künftigen Mitarbeiter zu reagieren, indem die Ausbildungsordnungen für eine Vielzahl von Berufen an die veränderte Arbeitswelt angeglichen wurden.

Seit Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 1969 wurden insgesamt 271 Ausbildungsberufe neu geordnet. Strukturwandel und technologische Entwicklungen haben inzwischen den Modernisierungsdruck in der dualen Berufsausbildung noch verstärkt - mit dem Ergebnis: In den Jahren 1996 und 1997 sind 54 Ausbildungsberufe grundlegend reformiert und 17 völlig neue Berufe geschaffen worden. Zum 1. August 1998 sind 18 neu geordnete sowie 11 weitere neue, staatlich anerkannte Ausbildungsberufe in Kraft getreten, in denen im Berufsbildungsjahr 1998/99 zum ersten Mal ausgebildet werden kann. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn Voraussetzung für die Ausbildung in diesen modernen Berufen ist, dass es geeignete Bewerber gibt.

Die Schulen stehen daher in der Pflicht, den jungen Leuten das nötige Rüstzeug mitzugeben, damit sie den Anforderungen der Arbeitswelt gewachsen sind. Die Basis für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist und bleibt solide beherrschtes Grundwissen. Das haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft 1992 in einem gemeinsamen Positionspapier dargelegt.

 
Memorandum der Wirtschaft 1992

Was die Schule leisten sollte, oder: Was die Unternehmen von der Schule erwarten


Der folgende Katalog an notwendigen und wünschenswerten von der Schule zu vermittelnden Qualifikationen bezieht sich auf das von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft 1992 vorgelegte

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