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Was beim Berufsstart morgen zählt
oder: Was die Schule tun kann
"Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit" lautet ein geistreicher Aphorismus. Gemeint ist: Wer sich auf den Wandel nicht vorbereitet, kann ihn nicht gestalten. Und wer sich mit dem Wandel der Arbeitswelt auseinandersetzt, wird rasch erfahren, dass dieser immer mit einem Wandel der
Qualifikationen einhergeht. Deshalb wird die Sinnhaftigkeit des Aphorismus auch in der Wirtschaft nicht angezweifelt. Immerhin zwei Drittel der Betriebe rechnen künftig mit grundlegenden Veränderungen bei den Qualifikationsanforderungen: Fast einhellig sind die Unternehmen der Auffassung, dass auch in Zukunft eine Berufstätigkeit ohne solide fachliche Qualifikation nicht möglich sein wird. Doch nahezu gleichwertig rangieren daneben überfachliche, persönlichkeitsbezogene Qualifikationen wie Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Die Mitarbeiter von morgen müssen demnach nicht nur vom
"Fach" sein. Gute Fachkräfte weisen sich darüber hinaus durch
kommunikative und soziale Fähigkeiten aus.
2. Mehr Basisqualifikationen und Praxisbezug
Die Basis für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist und bleibt solide beherrschtes Grundwissen - und das muss vor der Berufswahl vermittelt werden. Das ist die Grundposition der Ausbildungsbetriebe, wenn sie danach befragt werden, was sie von den Schulen erwarten. Dieses Plädoyer für die Vermittlung von breiterem Wissen, mehr Allgemeinbildung und Basiswissen findet unter den Unternehmen den meisten Zuspruch. Die Unternehmen belegen damit , dass sie die Schule auf eine offene Zukunft ausgerichtet sehen wollen. Zugleich plädieren die Unternehmen für eine Öffnung der Schule: hin zu mehr projektbezogenem Arbeiten, mehr erfahrungs- und erlebnisorientiertem Lernen, mehr Praxisnähe, neuen Sozialformen und innovativen Unterrichtsmethoden. Der Vorteil: Offene Unterrichtsformen mit Werkstatt- und Projektunterricht lassen den Schülern die Spielräume, die sie zum Entfalten fachübergreifender und persönlichkeitsbezogener Fähigkeiten brauchen. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenzen lassen sich nun einmal nicht in einem geschlossenen Unterrichtsarrangement mit frontaler Belehrungssituation entwickeln.
Aufgabe der Schule sollte es deshalb sein, selbständiges und planvolles Lernen sowie Verantwortungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Das eröffnet auch für Schule und Lehrer neue Gestaltungsspielräume - und führt zu mehr Realitätsnähe und Flexibilität.
Konzentration auf die Vermittlung von Kulturtechniken und von Grundlagenwissen in zentralen Fächern wie Deutsch (Rechtschreibung, Lesen, Erfassen von Texten, sprachlicher/schriftlicher Ausdruck) und Rechnen/Mathematik (Grundrechenarten), je nach Schulform in unterschiedlicher Intensität.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Anforderungsprofile von Betrieben - Leistungsprofile von Schulabgängern. Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Endbericht, Köln 1997, S.216 ff
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Redaktion netSCHOOL 2001